Danish – oder Projekt selbstgemachter Blätterteig

DSC_0775blog

Letztes Wochenende sind zwei neue Backbücher bei mir eingezogen. Nach gefühlten 27 Stunden vorm entsprechenden Regal in der Buchhandlung hatte ich mich dann für ein Brotbackbuch entschieden und für Cynthia Barcomis „Let’s Bake“. Letzteres drückte mir Herr B. mit leuchtenden Augen in die Hand, weil er einen dänischen Plunder darin entdeckt hatte. Es durfte also mit nach Hause, und mangels Zeit am letzten Wochenende wurde das Projekt Plunder und damit das Projekt „selbstgemachter Blätterteig“ auf dieses Wochenende verschoben. Nachdem mich allerdings jeder, der von diesem Plan hörte im Vorfeld für mindestens leicht verrückt erklärt hatte war ich am Ende kurz davor das Vorhaben doch zu kippen und den fertigen Blätterteig aus dem Supermarkt zu nehmen. Aber nein, der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und mehr als schief gehen kann es ja nicht.

Samstagmorgen hab ich also losgelegt und den Hefeteig angesetzt. Ok, Hefeteig. Hast Du schon oft gemacht, das sollte funktionieren. Hat‘s auch. Ein wunderbar elastischer Hefeteig wanderte also laut Rezept kurz in den Kühlschrank um zu ruhen, und die Butter wurde aus dem Kühlschrank befreit. Ein hartes Stück Butter plattzuprügeln war dann schon die größere Herausforderung. Aber kurz im Gehirn gekramt, kamen dann doch ein paar kleine, böse Fantasien, mit denen die Butter ganz schnell ein kleines, plattes Quadrat war 😉 Dann den Teig aus dem Kühlschrank geholt, und mit Zentimetermaß bewaffnet ausgerollt. Butter in die Mitte gesetzt, Teig von allen Seiten in die Mitte gefaltet und wieder ab in den Kühlschrank. Die erste Lage war geschafft.
Nach dem Frühstück die zweite Runde. Teig aus dem Kühlschrank raus, ausgerollt (natürlich nicht ohne Zentimetermaß) und wieder in die Mitte falten. Laut Rezept soll man den Vorgang insgesamt 6 mal durchführen. Da wir aber nachmittags dann noch verschiedene Konsumtempel aufgesucht haben hab ich mich kurzerhand entschiedene den Plunder erst heute fertig zu backen, und kam dann auf ein paar mehr Faltungen, weil ich gestern Abend immer mal wieder neugierig zum Kühlschrank geschlichen bin um zu schauen, ob es meinem kleinen Teigbündel noch gut geht oder er nicht vielleicht doch nochmal gefaltet werden will.
Sonntagmorgen dann das große Finale. Ein letztes Mal den Teig aus dem Kühlschrank geholt, den Teig in zwei gleich große Stücke geteilt (das Rezept ist auf zwei Zöpfe ausgelegt) und ausgerollt (mein Nudelholz kann sich wirklich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beklagen dieses Wochenende).
Für die Füllung habe ich dann das Pflaumenmus mit einem Löffel in der Mitte verteilt (man kann ruhig etwas mehr nehmen als im Rezept angeben) und das Marzipan mit dem Eiweiß und, abweichend vom Rezept mit Margarine statt Butter vermischt. Warum? Ganz einfach. Meine Butter war steinhart und auf Schmelzen hatte ich keine Lust. Ging mit Margarine aber auch prima. Zum Vermengen der drei Komponenten habe ich einfach eine Gabel genommen und den Gabelrücken (gibt’s das Wort?) einfach immer wieder durchgedrückt.
Beim Muster legen soll man dann 12 schräge Schnitte pro Seite anbringen. Dabei sollte man zum einen darauf achten, dass man die Schnitte weit genug in die Mitte gibt, bzw. die Füllung in der Mitte nicht zu breit macht, da man sonst das Problem bekommt, dass ich hatte. Der Zopf geht beim Backen in der Mitte auseinander. Damit komme ich nämlich zum zweiten, auf das man achten sollte. Die einzelnen Stränge wirklich gut aneinanderdrücken, sonst platzt alles beim Backen auf.

(Als ich meinen Eltern kurz das erste Bild nach dem Backen schickte war der Kommentar meines lieben Vaters: „Oh, das sieht ja aus wie eine Urzeit-Raupe.“)

DSC_0784blog

Geschmacklich hat uns der Plunder vollständig überzeugt. Sicherlich fällt das Rezept nicht in die Kategorie „Ich back mal schnell nen Kuchen“, aber so schlimm wie ich es mir vorgestellt hab ist das mit dem Blätterteig nun auch nicht.

DSC_0786blog

Also, für alle die sich trauen kommt hier das Rezept für Danish (2 Zöpfe) aus Cythia Barcomis „Let’s Bake“ (auch hier zu finden):

520 g Mehl, Type 405
7 g (1 Päckchen) Trockenhefe
50 g Zucker
1TL Salz
½ TL Kardamom
125 ml warmes Wasser
275 ml warme Milch
1 Ei
fein abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
1 TL Vanilleextrakt (oder gemahlene Vanille)
250 g kalte Butter

Zutaten für die Füllung:
3 EL Pflaumenkonfitüre (gern auch etwas mehr)
200 g Marzipan
30 g Butter
1 Eiweiß für die Füllung
1 Eiweiß zum Glasieren

Zubereitung
1. In einer großen Schüssel Mehl, Hefe, Zucker, Salz und Kardamom vermengen. In einem Messbecher Wasser, Milch, Ei, Zitronenschale und Vanilleextrakt verschlagen. Die flüssigen Zutaten zu den trockenen Zutaten geben. Mit einer Küchenmaschine oder einem Handmixer mit Knethaken 4 Minuten kneten. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche einige Minuten von Hand kneten. Der Teig bleibt recht weich.

2. Für 15 Minuten in den Kühlschrank. 2 Bestäuben Sie die Butter leicht mit Mehl, klopfen Sie sie auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz zu einem flachen Quadrat von 20 x 20 cm, und stellen Sie sie kalt.

3. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf die Arbeitsfläche legen. Zu einem Quadrat von 40 cm
Seitenlänge ausrollen. Die Butter in die Mitte setzen.

4. Die Seiten des Teigs zur Mitte hin einklappen. Die Enden zum Verschließen zusammendrücken. Mit dem Nudelholz zu einem Rechteck von 45 x 40 cm ausrollen. Ein Ende zur Mitte, das andere Ende darüberklappen, so dass ein Quadrat entsteht. Sie haben jetzt drei Lagen Teig. 25 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

5. Ein zweites Mal den Teig zu einem Rechteck ausrollen. Den Faltprozess aus 4 noch zwei Mal wiederholen, den Teig zwischendurch ruhen lassen. Noch 2 x wiederholen.

6. Den Teig halbieren, auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu zwei 20 x 35 cm langen Rechtecken ausrollen. Pflaumenkonfitüre jeweils auf einem 4 cm breiten Streifen in der Mitte verteilen. Marzipan, Butter und 1 Eiweiß mischen. Jeweils die Hälfte dieser Mischung auf der Konfitüre verstreichen, jeweils 12 diagonale Schnitte anbringen, 2 cm breit. Die Streifen zur Mitte hin einklappen, dabei abwechselnd einen Streifen von links und einen von rechts nehmen. Zum Versiegeln die Enden leicht zusammendrücken.

7. Mit Eiweiß bestreichen und 30 Minuten gehen lassen. Ofen auf 195 °C vorheizen. 20–22 Minuten
lang backen. Nach 15 Minuten nachsehen. Falls die Plunder zu dunkel werden, während der restlichen Backzeit mit Küchenpapier bedecken.

DSC_0771blog

Advertisements

platz für deine meinungskrümel...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s